Klemmkuchenfest zu Mariä Lichtmess…

…so stand es in der Zeitung und daraufhin haben wir uns das mal näher angeschaut. Ich konnte mir so gar nichts darunter vorstellen und schon gar nicht, was das mit Mariä Lichtmess zu tun haben sollte.

Ich habe mir dann erklären lassen, daß der Klemmkuchen eine regionale Spezialität der Brandenburger Küche im Fläming ist. Ein Klemmeisen wird über offenem Feuer so lange zusammengedrückt (geklemmt) bis das waffelartiges Gebäck fertig ist.

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Flämische Einwanderer, die im 12./13. Jahrhundert den Osten Deutschlands besiedelten, brachten diesen Brauch mit. Noch heute werden Klemmkuchen traditionell bei größeren Familienfeiern wie Taufen oder Hochzeiten gebacken.

Außerdem soll das Fest an einen alten Brauch zu Mariä Lichtmess erinnern. An Lichtmess lief früher das Arbeitsjahr der bäuerlichen Dienstboten aus; sie wurden entlohnt und hatten einige Tage frei. Zu diesem Tag wurden auch die neuen Mägde und Knechte für’s Jahr eingestellt. Nach alter Tradition wurden an diesem Tag Klemmkuchen gebacken.

Und hier noch das Rezept, das mir die freundliche Dame beim Klemmkuchenfest verraten hat:

Klemmkuchen
für Waffeleisen (ca. 35 Klemmkuchen)
125 g Mehl
50 g Butter
50 g Honig
250 ml Milch, alternativ kann auch Wasser oder Bier genommen werden
1 Prise Salz

für die Füllung
600 ml Schlagsahne
Kirschen, Himbeeren oder Sanddornmus

Alle Zutaten gut verrühren und in einem elektrischen Waffeleisen ausbacken. Die noch heißen Klemmkuchen um einen Kochlöffel wickeln, zu Tüten oder Rollen formen und erkalten lassen. Die Sahne schlagen und zusammen mit den Früchten damit die Rollen füllen.

Guten Apetit !!!

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Ich wünsche Euch eine schöne Zeit…

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Mädesüß

Mädesüß 1

Botanischer Name: Filipendula ulmaria

Pflanzenfamilie: Rosengewächse (Rosaceae)

Andere Namen: Beinkraut, Geissbart, Spierstaude, Wiesenkönigin, Wilder Flieder, Krampfkraut, Wiesengeißbart

Das Mädesüß überragt im Sommer mit seinen zierlichen, weißen Blütenständen alle anderen Wiesenpflanzen und wird deswegen auch die ‚Wiesenkönigin‘ genannt. Der Duft dieser Blüten ist süß und angenehm und wurde früher gerne verwendet, um Getränke, besonders den Honigwein (Met), zu würzen.

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Vorkommen: Das Mädesüß zeigt uns an, wo Wasser ist. Es wächst bevorzugt an Bachläufen, Flussufern und feuchten Wiesen und Wegrändern.

Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Blätter, Wurzel

Sammelzeit: Blüten und Blätter: Juni bis August, Wurzeln: Herbst und Frühling

Anwendung in der Volksheilkunde: Von der Pflanze werden in erster Linie die Blüten und Wurzeln verwendet. Die Blüten werden an sonnigen Tagen gesammelt und an einem dunklen, kühlen Ort getrocknet.

Ein Tee mit Mädesüß eignet sich hervorragend bei Erkältungen oder grippalen Infekten; sogar bei echter Grippe kann er lindernd wirken. Er senkt nicht nur das Fieber, sondern erleichtert auch die Schmerzen und hilft beim Abschwellen der Schleimhäute. Außerdem findet ein reiner Mädesüß-Tee zur Schmerzlinderung, vor allem bei Gelenkbeschwerden, bei Gicht, Rheuma, Migräne und Kopfschmerzen, sowie bei Magen- und Darmproblemen Anwendung. Mädesüß soll außerdem entgiftend, entzündungshemmend, blutreinigend wirken. Auch gegen die meisten Arten von Ödemen hilft Mädesüß-Tee sehr gut. Seine harntreibende und entgiftende Wirkung lässt ihn auch bei Problemen des Harnapparates und des Stoffwechsels helfen.

Tee aus den Blüten wird als Aufguss gekocht. Wurzel-Tee wird kalt angesetzt und sechs Stunden stehen lassen, bevor er kurz aufgekocht wird. Dann lässt man ihn zwei Minuten ziehen und seiht ihn anschließend ab. Von beiden Tees trinkt man zwei bis drei Tassen am Tag in kleinen Schlucken ungesüßt.

Achtung! Das Mädesüß enthält natürliches Aspirin in Form von Salicylsäure und sollte bei bekannter Allergie gegen Salicylsäure nicht verwendet werden.

Mädesüß-Grippetee
2 Teile getrocknete Mädesüßblüten
2 Teile getrocknete Lindenblüten
2 Teile getrocknete Holunderblüten
2 Teile getrockneter Quendel (wilder Thymian)
1 Teil getrocknete Rosenblätter

mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben und über den Tag verteilt trinken. Am besten füllt man den heißen Tee in eine Thermoskanne.

Mädesüßkompressen – gegen Schmerzen
2-3 Handvoll Mädesüßblüten werden mit 1 Liter Wasser übergossen und bis kurz vor dem Sieden und lassen erhitzt;  anschließend den Ansatz weitere 10 Min. auf der heißen Herdplatte ziehen lassen. Nach dem Absieben machen Sie heiße Kompressen mit diesem Absud. Sie helfen bei rheumatischen Gelenkschmerzen, Arthritis und Gicht.

Mädesüßtinktur – als Einreibung bei schmerzenden Gelenken
2 Handvoll Mädesüßblüten und -Blätter in ein verschließbares Glas geben und mit 500 ml 40%igem Alkohol (z.B. Doppelkorn) übergiessen; ab und zu schütteln und nach 4 Wochen durch ein Tuch filtern. Füllen Sie die Tinktur in dunkle Fläschchen und reiben damit schmerzende Gelenke ein.

Anwendung in der Küche:  Auch in der Küche findet das Mädesüß vielfältige Anwendung. Die Blüten können zu Likör, Sirup, Gelee oder Nachspeisen verarbeitet werden.

Mädesüß-Sahne
200 ml Sahne
5 frische Mädesüß-Blüten
1-2 TL Honig

Die Blüten von Insekten befreien (das geht am besten, wenn man die Blüten kurz anwelken lässt = max. 1 Stunde) und dann in der Sahne aufkochen; abkühlen lassen und durch ein Sieb gießen. Die Sahne muss anschließend für einige Stunden sehr gut gekühlt werden (am besten am Vortag vorbereiten und über Nacht im Kühlschrank aufbewahren); dann mit dem Honig süßen und in einer kalten Schüssel steif schlagen.

Eiscreme mit Mädesüß-Blüten
100 ml Milch
100 g brauner Zucker
500 g Bio-Joghurt natur
250 g Sahne
80 g frische Mädesüßblüten
500 g Früchte (Erdbeeren, Himbeeren Blaubeeren)

Die Milch mit den Blüten und dem Zucker kurz aufkochen und abkühlen lassen. Dann die Blüten entfernen, Joghurt dazu geben und alles in eine flache Schale füllen. Zwei Stunden ins Gefrierfach stellen, dann mit den Früchten fein pürieren. Die geschlagene Sahne unterheben. Die Eiscreme mit Früchten, Mädesüßblüten und Sahne dekorieren und sofort servieren.

Mädesüß-Sirup
1 Kg Kristallzucker
1 Liter Wasser
1 unbehandelte Zitrone in Scheiben geschnitten
3-4 Handvoll Mädesüßblüten

Alle Zutaten in ein Glasgefäß geben und 48 Stunden an einem kühlen Ort stehen lassen. Mehrmals umrühren, damit sich der Zucker auflösen kann. Danach den Saft aufkochen, absieben und in dunkle Flaschen füllen. Der fertige Sirup ist 12 Monate haltbar.

Geschichten und Mythen: Die Wiesenfeen sind alle mit der ‚Wiesenkönigin‘ verwandt und verbunden. Besonders die Blütenelfen, die von Kindern manchmal gesehen werden, aber fürs erwachsene Auge kaum mehr sichtbar sind, tanzen in in dem betörenden Duft, in den zarten Farben und in den sanften Bewegungen der ‚Wiesenkönigin‘. In der Zeit zwischen Tag und Nacht schweben die Blütenelfen über die Wiesen, sprechen mit den Pflanzen, versorgen sie und singen Lieder für sie. Nachts schlafen die Blütenelfen in den duftenden Blüten und träumen vom Sommer.

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